April 4, 2024

Alles, was du über Spam-Filter und Blocklists wissen musst

Lesedauer etwa 8 min
email blocklists & spam filter

Es wird angenommen, dass bis zu 80-95% der E-Mails, die heute versendet werden, Spam sind. Auch wenn du selbst zu den „Guten“ gehörst und seriöses E-Mail Marketing betreibst, kann es schwer zu beweisen sein, dass du selbst Teil der übrigen 5-20% bist. Dieser Artikel zeigt, wie das mit Sicherheit gelingt.

Was ist Spam?

Das Wort „Spam“ bezeichnet E-Mails, die ungewollt und ohne Einverständnis der Empfänger:innen versendet werden. Seit Jahren verstopfen sie die Posteingänge. Schon 1994 wurde Spam zum ersten Mal im Zusammenhang mit Junk-E-Mails erwähnt. Es ist eine Anspielung auf einen Sketch der britischen Comedy-Gruppe Monty Python. Darin geht es um das Lebensmittel Spam, also Frühstücksfleisch, das sicherlich nicht jedermanns Sache ist. In dem Sketch wird Spam als unausweichlich und überwältigend dargestellt.

Was ist ein Spam-Filter?

E-Mail Spam-Filter sind Programme, die im Posteingang von Empfänger:innen darauf warten, sich auf E-Mails zu stürzen, die Anti-Spam-Richtlinien zuwider sind. Wenn sie eine solche Nachricht einmal identifiziert haben, wird diese in den Spam-Ordner verschoben.

Spam-Filter bewerten E-Mails und berechnen anhand vorher festgelegter Trigger in Betreff und Inhalt der Nachricht eine gewisse Anzahl von Spam-Punkten. Auslöser können bestimmte Worte, Phrasen oder auch Formatierungen sein, die häufig in Spam E-Mails gefunden werden. Wenn eine E-Mail eine gewisse Zahl von Spam-Punkten erreicht, wird sie automatisch in den Spam-Ordner weitergeleitet.

Die Anzahl der Punkte, ab denen eine E-Mail als Spam kategorisiert wird, hängt vom E-Mail Provider und den Spam-Einstellungen der Empfänger:innen ab. Manche Spam-Filter merken sich sogar, welche E-Mails Empfänger:innen in der Vergangenheit als Spam markiert haben und lassen diese Kriterien in die Bewertung einfließen.

Wenn eine E-Mail einmal im Spam-Ordner gelandet ist, wird sie wahrscheinlich nie den Ziel-Empfänger bzw. die Empfängerin erreichen. Und Absender:innen erfahren in den meisten Fällen nie, was mit ihren E-Mails passiert ist.

Was sind Blocklists?

Eine öffentliche E-Mail Blocklist ist eine Sammlung von IP-Adressen und Domains, denen Spam unterstellt wird. Eine IP-Adresse, die einmal als Spam-Quelle zu einer Blocklist hinzugefügt wurde, wird blockiert – alle E-Mails, die von dieser Adresse versendet werden, werden abgefangen. Kurz gesagt ist eine E-Mail Blocklist wie eine Art Gefängnis für IP-Adressen und Domains.

Ebenso wie Spam-Filter benutzen verschiedene E-Mail Provider unterschiedliche Blocklists, von denen es eine Vielzahl gibt. Zu einer Liste hinzugefügt zu werden, bedeutet nicht unbedingt, von allen Providern blockiert zu werden. Manche E-Mail Blocklists teilen allerdings Informationen – du kannst dir also nie wirklich sicher sein. Einige große, beliebte E-Mail Provider wie Gmail verwenden außerdem gleich mehrere Blocklists.

Doch keine Sorge: Auch, wenn du bereits zu einer Blocklist hinzugefügt wurdest, gibt es noch Hoffnung für dein E-Mail Marketing. Viele E-Mail Spam-Filter und Blocklist Provider bieten die Möglichkeit, sich zu verteidigen und wieder von der Liste gelöscht zu werden. Beim ersten Vergehen ist die Chance noch hoch, dass deinem Anliegen stattgegeben wird. Machst du aber weiter wie zuvor, landest du eventuell permanent auf der Blocklist.

Wer entscheidet was Spam ist?

Diese Anbieter legen fest, was Spam ausmacht, welche E-Mails in den Junk-Ordner verschoben werden und welche IP-Adressen und Domains auf Blocklists stehen. Es gibt hunderte, wenn nicht sogar tausende öffentliche E-Mail Blocklists und Spam-Filter, die ständig auf Streife sind. Diese Anbieter werden am häufigsten verwendet:

Spam-Filter
SpamAssassin
SpamBayes
Amavis
Blocklist
The Spamhaus Block List (SBL)IP-Based
The SpamCop Block List (SCBL)IP-Based
The Passive Spam Block List (PSBL)IP-Based
The Spamhaus Domain Block List (DBL)Domain-Based
Uniform Resource Identifier Block List (URIBL)Domain-Based
Spam URI Realtime Blocklist (SURBL)Domain-Based

Die E-Mail Blocklist zu prüfen ist also der erste Schritt, wenn du den Verdacht hast, dass deine IP gesperrt wurde. Dafür gibt es Programme wie z.B. MX Toolbox.

Was ist eine Domain-basierte Blocklist?

Eine Domain-basierte Blocklist ist eine Liste von Domains, von denen bekannt ist oder vermutet wird, dass sie im Text von Spam Mails auftauchen. E-Mail Provider, welche diese Blocklists nutzen, blockieren alle eintreffenden E-Mails, in denen Link zu einer solchen Domain enthalten ist.

Was ist eine IP-basierte Blocklist?

Eine IP-basierte Blocklist ist eine Liste von IPs einzelner Computer, die dafür bekannt sind, Spam zu versenden, von Servern, über die Spam versendet wurde, oder von E-Mail Providern, die dafür bekannt sind, dass über ihre Domain Spam versendet wurde. Provider, welche diese E-Mail Blocklists benutzen, blockieren alle E-Mails, die von diesen IPs versendet werden.

Die Regeln für ehrliches E-Mail Marketing

Jetzt kennst du das Dickicht der Spam-Filter und weißt, wie E-Mails als Spam kategorisiert werden. Wie aber lässt sich das vermeiden? Es mag besorgniserregend sein, dass du fälschlicherweise als Spammer gebrandmarkt werden kannst. Dagegen kannst du allerdings etwas tun. Hier ist eine Liste von Best Practices, die du anwenden kannst, wenn du ehrliches E-Mail Marketing betreibst:

Do’s:

  • Bei einer Allowlist registrieren.
    Eine Allowlist ist das genaue Gegenteil einer Blocklist und damit äußerst wichtig für das E-Mail Marketing. Jede IP-Adresse oder Domain, die in dieser Liste eingetragen ist, hat freien Zugang zum Posteingang aller Empfänger:innen, die diese Allowlist nutzen. Das verhindert eine fälschlicherweise hohe Zustellrate, wenn E-Mails direkt in den Spam-Order zugestellt werden. Wenn du aufgenommen wirst und keine positive E-Mail-Reputation aufrechterhalten kannst, läufst du jedoch Gefahr, wieder herausgeworfen zu werden.
  • Die Einwilligung der Empfänger:innen einholen.
    Per Definition werden Spam Mails ohne Einwilligung der Empfänger:innen versendet. Es liegt also nahe, dass du nur solche Empfänger:innen anschreibst, die ihre ausdrückliche Einwilligung zum Empfang deiner E-Mails gegeben haben.
  • Abwechslung in die Inhalte bringen.
    Schreib nicht immer das Gleiche. Spam-Filter und Blocklists bemerken, wenn du immer wieder die gleiche E-Mail versendest und werden vermuten, dass du ein Spammer sind – oder noch schlimmer, ein automatischer Spam-Roboter.
  • Über sichere Server versenden.
    Nutze eine professionelle E-Mail Marketing Software für den Versand deiner Mails. Ein gutes Newsletter Tool ist bei Verbänden wie der Certified Senders Alliance (CSA) zertifiziert. Somit werden deine E-Mails automatisch immer über vertrauenswürdige Server versendet.
  • Nichts dem Zufall überlassen.
    Teste schon vor dem Versand den Spam Score deiner E-Mail. Mit einem Spam-Test siehst du sofort, ob du Gefahr läufst, im Spam-Ordner zu landen und kannst deine E-Mail so anpassen, dass sie ohne Umwege zugestellt wird.

Don’ts:

  • NUR GROSSBUCHSTABEN BENUTZEN.
    ABGESEHEN DAVON, DASS ES SO AUSSIEHT, ALS OB DU DEINE EMPFÄNGER:INNEN ANSCHREIST, SCHLAGEN SPAM-FILTER SOFORT AUF GROSSBUCHSTABEN IM BETREFF ODER INHALT AN.
  • Ein dringendes Anliegen haben.
    So verlockend es auch sein mag, vermeide beim Verfassen deiner E-Mail möglichst Dringlichkeit. Phrasen wie „Jetzt zugreifen“ und „bevor es zu spät ist“ sind in Spam E-Mails allgegenwärtig. Benutze außerdem nie mehr als ein Ausrufungszeichen!
  • Geld oder Kredite erwähnen.
    Das mag für manchen E-Mail Marketer nicht leicht sein und ist manchmal unvermeidbar, sollte aber trotzdem umgangen werden. Die Worte „Einkommen“, „Geld“, „Bargeld“, „Gratis“, „Kaufen“ und sogar Währungssymbole wie € und $ können die Aufmerksamkeit von Spam-Filtern erregen. Begriffe, die mit Krediten und Darlehen in Zusammenhang stehen, lassen dich schneller auf einer E-Mail Blocklist landen, als du „schuldenfrei“ sagen kannst.
  • Spam-behaftete Wörter oder Phrasen benutzen.
    Du solltest nicht vergessen, dass E-Mail Spam-Filter automatisiert sind und nicht erkennen können, auf welche Weise bestimmte Wörter innerhalb einer E-Mail verwendet werden. Spammige Wörter und werbliche Phrasen wie „Marketing“, „Angebot“, „garantiert“ und „Hier klicken“ sollten möglichst wenig benutzt werden.

    Außerdem zu vermeiden: Alles, was im Zusammenhang mit nicht jugendfreien Inhalten steht und alles, was mit verschreibungspflichtigen Medikamenten, Spielen, Casinos etc. zu tun hat.
  • Gekaufte Listen verwenden.
    Beim Kauf von E-Mail-Listen erhältst du eine Sammlung von Adressen von Empfänger:innen, die wahrscheinlich nicht zur Verteilung ihrer Adressen zugestimmt haben. Deshalb sind sie bestimmt nicht besonders erfreut, ungefragt E-Mails zu erhalten. Darüber hinaus werden solche Listen häufig ohne Einverständnis der Empfänger:innen erstellt und sind damit illegal!
  • Den Text vergessen.
    Wenn du eine grafische E-Mail versendest, kann es egal sein, wie schön das Design ist und wie gut sie aussieht – sie kann trotzdem sofort als Spam kategorisiert werden. Das passiert, wenn die E-Mail keinen Text enthält. Ohne geschriebenen Text, der nicht Teil eines Bildes ist, erkennt ein Spam-Filter nur eine Menge Code und keinen Inhalt.

Rechtliche Anforderungen

Neben den Spam-Filtern gibt es auch noch höhere Instanzen: verschiedene Gesetze im E-Mail Marketing regeln den Versand und sollen Spam Mails verhindern.

Wer international versendet, muss sogar noch mehr Regeln beachten. Beim Newsletter-Versand gelten immer die Gesetze des Landes, in dem sich der Empfänger oder die Empfängerin befindet. Indem du einen funktionierenden Abmeldelink in jede E-Mail einfügst und nur an solche Empfänger:innen versendest, die ihre Einwilligung abgegeben haben (Stichwort Double Opt-in), dürftest du aber in den meisten Fällen auf der sicheren Seite sein.

Do’s:

Einen Abmeldelink oder –button bereitstellen.
Stelle sicher, dass Empfänger:innen sich über einen Abmeldelink oder –button in deiner E-Mail einfach abmelden können, wenn sie keine E-Mails mehr von dir erhalten möchten. Das ist rechtlich vorgeschrieben.

Ein Impressum einfügen.
In jeder werblichen E-Mail muss ein vollständiges Impressum enthalten sein. Das bedeutet: Name bzw. Firma und Postanschrift, Rechtsform und Vertretungsberechtigte, Telefon- und Faxnummer, E-Mail-Adresse, Registereintrag und Registernummer, ggf. Umsatzsteueridentifikationsnummer des Absenders oder der Absenderin.

Don’ts:

Eine Werbeabsicht nicht erwähnen.
Wenn eine E-Mail Werbung enthält, solltest du sicherstellen, dass dies auf den ersten Blick ersichtlich ist. Manche E-Mails im E-Mail Marketing dürfen grundsätzlich keine Werbung enthalten, z.B. Bestätigungsmails eines Double-Opt-Ins.

Etwas zu verbergen haben.
Das gilt für den Betreff, die Überschriften in deiner E-Mail und auch den Absendernamen und die Antwortadresse. Dahinter wird manchmal etwas versteckt, um Empfänger:innen zum Klicken zu bewegen – die dann auf einer anderen Seite landen, als sie erwartet haben. Ehrlichkeit und Transparenz sichern dir das Vertrauen deiner Empfänger:innen.

Fazit: Deshalb sind Spam-Filter und Blocklists wichtig

Im E-Mail Marketing können Spam-Filter und Blocklists deine Arbeit schnell zunichtemachen. Wenn deine E-Mails nicht bei den Zielempfänger:innen ankommen, kannst du es dir schon fast sparen, überhaupt E-Mails zu versenden. In vielen Fällen ist der Schaden an der eigenen E-Mail-Kampagne groß und nur schwer zu reparieren.

Eine E-Mail wird aber nicht gleich gemeldet oder blockiert, wenn sie nur eines der oben genannten Spam Kriterien erfüllt. Manche Faktoren wiegen schwerer als andere; in den meisten Fällen führt jedoch eine Kombination zur Spam-Einordnung. Einige E-Mail Spam-Filter und Blocklists sind strenger als andere – insgesamt gibt es aber nur einen Weg, ihnen zu entkommen: Halte dich beim E-Mail Marketing an die Grundregeln.

Der einfachste Weg, beim Versand deiner Marketing E-Mails nicht in Spam-Verdacht zu geraten, ist übrigens die Nutzung einer professionellen Newsletter Software wie Brevo. Hier profitierst du von Authentifizierungen, DSGVO-konformen Anmeldeformularen, Abmelde-Links und mehr. Also, worauf wartest du noch? Erstelle dir gleich einen kostenlosen Brevo Account!

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